Gründungsgeschichte der Bildungsorganisation

Seit Anfang der 1990er Jahre bestehen Programme kultureller Wiederbelebung der Russlanddeutschen im Rahmen deutsch-russischer Zusammenarbeit. Die gemeinsame russisch-deutsche Erklärung vom 21. November 1991 über Erweiterung und Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Kultur, die vom Präsidenten der Russischen Föderation und vom Bundeskanzler unterzeichnet wurde, wurde zur Grundlage der Bildung im Jahre 1992 des BiZ - des Bildungs- und Informationszentrums der Russlanddeutschen.

Das BiZ - Bildungs- und Informationszentrum der Russlanddeutschen - veranstaltete seit 1992 Seminare und Trainings im sozialen, kulturellen Bereich und in anderen Bereichen, die mit unmittelbarer Tätigkeit von Organisationen der Deutschen in Russland und anderen GUS-Ländern zusammenhängen. Das Ziel dieser Seminare und Trainings war es, nachhaltiger Entwicklung von Organisationen der Deutschen beizutragen.

Die ersten Jahre verbrachte das BiZ in der Stadt Ljuberzy bei Moskau. Im Juli 1992 fand das erste Seminar für Journalisten statt. Ihm folgten Seminare für Deutschlehrer*innen, Leiter*innen der Treffzentren, Erzieher*innen, Historiker*innen. Zur Tradition wurden Seminare für Leiter*innen von Chor- und Tanzgemeinschaften. Bildungs-und Informationstätigkeit des BiZ gab Anregung zur Errichtung von Massenmedien der Russlanddeutschen, neuer deutscher Kulturzentren und einer großen Menge deutscher Kindergärten auf dem ganzen Territorium der ehemaligen Sowjetunion.

Im Jahr 1994 zog das Zentrum nach Mamontowka um, wo es bis 2003 tätig war. Tausende Zuhörer nahmen jährlich an BiZ-Veranstaltungen, Konferenzen, Treffen teil. Das BiZ in Mamontowka trug zur Wiedergeburt der Kultur der Russlanddeutschen, der Stärkung nationaler Selbstidentität bei. Die Entwicklung der Kultur der Russlanddeutschen forderte vom BiZ weitere Schrite zur Vervollkomnung seiner Tätigkeit. In diesem Zusammenhang hat 2003 fürs BiZ eine neue Etappe angefangen: die Konzeption und methodische Basis thematischer Seminare wurde vervollkomnet. Als wichtiger Teil der BiZ-Tätigkeit galt immer Fortbildung und methodische Begleitung von Mitarbeiter*innen der deutschen Organisationen in Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, der Ukraine und baltischen Staaten.

Der Entwicklung des BiZ als interaktives Bildungszentrum trug Veröffentlichung methodisch-didaktischer Literatur bei. Das BiZ entwickelte seine Bildungsprogramme im Einklang mit realen Bedürfnissen der Russlanddeutschen vor Ort. Bei der Analyse der Bedürfnisse hat man angefangen, ein wirksames Verwaltungssystem, Koordinierung durch regionale Vertretungen, so genannte Knotenpunkte, aber auch ständige Beobachtung der Aktivität einzusetzen.

Seit 2004 befindet sich das Bildungs- und Informationszentrum im Deutsch-Russischen Haus Moskau. Das BiZ erweiterte nicht nur seine Bildungs-, sondern auch geografische Möglichkeiten: es wurden 20 Knotenpunkte in Russland, Kasachstan, der Ukraine, Kirgisistan, Usbekistan errichtet. Jeder Knotenpunkt entwickelte seine vorrangigen Richtungen, die Bedürfnissen der Treffzentren der jeweiligen Region entsprechen. Die Zahl der Seminare und der Teilnehmer*innen an Bildungsprogrammen nahm zu. Als Hauptrichtungen der BiZ-Tätigkeit wurden folgende gewählt: Spracharbeit mit Kindern und Jugendlichen, Informationsarbeit und PR, Fundraising, Sozialtechnologien, Kultur- und Freizeittechnologien, Arbeit mit Jugendlichen, Berufsberatung, gesunde Lebensweise, Chor und Tanzen, Geschichte und Heimatkunde, Management von gemeinnützigen Organisationen. Seit 2005 wird das Projekt des Präsenz- und Fernstudiums von Leiter*innenn der Treffzentren an der Russisch-Deutschen Hochschule der Verwaltungswissenschaften bei der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst nach dem Programm "Wirtschaft und Verwaltung eines Betriebs: moderne*r Leiter*in" erfolgreich realisiert.

Am 13. Januar 2012 fand in Sotschi eine ordentliche Sitzung des BiZ-Vorstandes statt, an dem die Entscheidung über die Gründung der Unabhängigen gemeinnützigen Organisation für zusätzliche Bildung "Institut für ethnokulturelle Bildung - "BiZ"" getroffen wurde.

Am 23. März 2016 wurde die Unabhängige gemeinnützige Organisation für zusätzliche Bildung "Institut für ethnokulturelle Bildung" in die Unabhängige gemeinnützige Organisation für Zusatzausbildung umbenannt.